Richtige Antwort: Dresden zeigt sich weltoffen.

Posted by on Jan 13, 2015 in News
Richtige Antwort: Dresden zeigt sich weltoffen.

Dresden ist gespalten. Einerseits geprägt von Kultur, Gastfreundlichkeit und Kreativgeist – andererseits Ursprung der PEGIDA-Bewegung, die in der Breite der Öffentlichkeit als vermeintlich fremdenfeindlich und rechtsgesinnt wahrgenommen wird. Was passiert hier?

Es herrscht eine allgemeine Negativstimmung.

Klar ist, dass viele Menschen – in Ost und West, in Süd und Nord – unzufrieden sind. Unzufrieden mit der Trägheit des Staates, unzufrieden mit der Macht von Geld und Konzernen. Unzufrieden damit, dass große Unternehmen hier Geld verdienen, aber ihre Gewinne wegtransferieren, um hier auch ja keine Steuern zahlen zu müssen. Unzufrieden damit, dass wir normalen Bürger die Zeche für das verantwortungslose Handeln von Finanzspekulateueren tragen müssen.

Dazu kommt nun halt noch die Angst vor Fremden und Extremismus. Vieleicht sollten wir diese beiden Themen aber auch nicht so sehr zusammen betrachten. Da geht es doch um zwei völlig verschiedene Dinge.

Extremismus will natürlich niemand. Er gehört bekämpft – mit allen Mitteln, die mit einer demokratischen Grundordnung vereinbar sind. Das betrifft natürlich auch islamistischen Terror, aber genauso auch jegliche andere Form von Gewalt – im Kleinen wie im Großen, von “links” wie von “rechts”, aus religösen Gründen oder finanziellen Interessen. Davor sollten wir uns nicht verschließen. Es tut wirklich not, dabei besser zu werden.

Warum allerdings Angst vor Fremden besteht, ist schwer verständlich. Zumindest in meinem Leben war es so, dass es viele Wegbegleiter aus aller Welt gab. Bei den Blackmusic-Parties in den 90ern. In der internationalen Breakdance-Szene, in der ich einige Jahre unterwegs war. In der Familie und im Freundeskreis. Beim Sport und beim Feiern. Keinen dieser Freunde, keine diese Begegnungen möchte ich missen – sie haben mich ja zu dem gemacht, was ich bin.

Meiner Einschätzung nach, macht es wenig Sinn, den Graben zwischen den beiden Seiten noch weiter zu vergrößern, indem sich alle gegenseitig doof finden. Denn das nimmt aktuell – gerade in den den sozialen Netzwerken – eine sehr unschöne und niedere Form an. Man bekeift und beschimpft sich, beleidigt und denunziert.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Großteil der Montags-“Spaziergänger” vernünftige Leute sind. Überraschend ist nur, dass sie sich so wenig von rechtem Gedankengut distanzieren. Das würde der ganzen Bewegung sicher ein völlig anderes Bild geben. Vor allem aber, würde es Sinn machen, jetzt aufeinander zuzugehen, wirkliche Probleme anzugehen, aber auch seine Meinung immer wieder neu zu hinterfragen. Jetzt sind Ideen für Projekte gefragt, die Menschen zusammenbringen und gesellschaftliche Gestaltung initiieren. /ethb

Dieser Kurzfilm zeigt, dass Dresden für kulturelle Vielfalt steht. Diese hat dazu beigetragen, dass Dresden heute das ist, was alle an dieser Stadt schätzen. Wir setzen damit ein klares Bekenntnis als Dresdner, Touristiker der Landeshaupt­stadt und Dresden-Fans für ein weltoffenes Dresden.

 

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